Leben Sie schon lange mit IBS-D? Die neuen Rome-V-Kriterien verändern den Blick auf Ihre Beschwerden

Nach zehn Jahren wurde der diagnostische und therapeutische Rahmen für Störungen der Darm-Hirn-Interaktion grundlegend aktualisiert. Rome V bringt nicht nur neue diagnostische Kriterien für das Reizdarmsyndrom, sondern auch einen stärker patientenzentrierten und interdisziplinären Ansatz. Was bedeutet das konkret für Menschen mit Reizdarmsyndrom – und insbesondere für Patientinnen und Patienten mit IBS-D?

Von Rome IV zu Rome V: Der Blick auf die Diagnostik verändert sich

Die Diagnose des Reizdarmsyndroms war lange eng mit der Vorstellung verbunden, dass zunächst andere organische Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen. In der klinischen Praxis setzt sich jedoch bereits seit einigen Jahren zunehmend ein anderer Ansatz durch: eine positive klinische Diagnose, die von den typischen Beschwerden der Patientinnen und Patienten ausgeht und bei Bedarf durch gezielte Untersuchungen ergänzt wird.

Rome V stärkt diesen Ansatz deutlich. Die neuen Kriterien sollen Ärztinnen und Ärzten dabei helfen, auf Grundlage der Symptome und des individuellen klinischen Kontextes früher zu einer begründeten Diagnose zu kommen, anstatt Patientinnen und Patienten einer endlosen Reihe von Untersuchungen zum Ausschluss anderer Erkrankungen zu unterziehen. Gleichzeitig bleibt der sorgfältige Ausschluss relevanter organischer Erkrankungen selbstverständlich ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik.

Für Menschen, die bereits seit längerer Zeit mit einem Reizdarmsyndrom leben, ist diese Entwicklung besonders bedeutsam: Eine positive Diagnose bedeutet nicht, dass ihre Beschwerden weniger ernst genommen werden. Im Gegenteil. Ziel ist es, die Symptome als reale und behandelbare gesundheitliche Belastung anzuerkennen und schneller zu einem individuell passenden Behandlungskonzept zu gelangen.

Was ändert sich mit Rome V konkret?

Im Vergleich zu Rome IV bringt Rome V mehrere Veränderungen mit sich. Eine der auffälligsten betrifft bereits die Definition des Reizdarmsyndroms: „Discomfort“, also belastendes abdominales Unwohlsein, wird neben Bauchschmerzen wieder berücksichtigt. Gleichzeitig wurde die Häufigkeitsgrenze angepasst, die Bestandteil der klinischen IBS-Kriterien ist. Die neuen Kriterien sollen damit die tatsächliche Erfahrung der Patientinnen und Patienten besser abbilden.

Darüber hinaus unterscheidet Rome V deutlicher zwischen den Kriterien für die klinische Praxis und solchen für Forschungszwecke. Ergänzt wurden außerdem detailliertere diagnostische Algorithmen sowie ein erweitertes Behandlungskonzept.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die neuen Kriterien betrachten nicht nur einzelne Symptome. Größere Bedeutung erhält auch die Frage, in welchem Ausmaß die Beschwerden den Alltag der betroffenen Person beeinträchtigen. Gerade diese patientenzentrierte Perspektive gehört zu den ausdrücklich genannten Zielen von Rome V.

Nicht nur Gastroenterologie: Verschiedene Fachbereiche arbeiten zusammen

Auch wenn die Gastroenterologin oder der Gastroenterologe für Menschen mit Reizdarmsyndrom eine wichtige Anlaufstelle bleibt, muss die Versorgung nicht mit der gastroenterologischen Diagnostik enden.

Je nach individueller Situation können verschiedene Fachbereiche in die Behandlung einbezogen werden. Dazu gehören beispielsweise Hausärztinnen und Hausärzte, Gastroenterologinnen und Gastroenterologen, Ernährungstherapeutinnen und Ernährungstherapeuten sowie psychotherapeutische oder psychosomatische Angebote.

Rome V entwickelt diesen Gedanken weiter und integriert die multidisziplinäre Versorgung stärker in den diagnostischen und therapeutischen Rahmen. Neben medikamentösen Maßnahmen werden auch Ernährung sowie verhaltensbezogene beziehungsweise psychologische Interventionen berücksichtigt.

Das bedeutet nicht, dass jede Person mit Reizdarmsyndrom automatisch von einem ganzen Team behandelt werden muss. Vielmehr soll die Versorgung stärker an die individuelle Situation der jeweiligen Patientin oder des jeweiligen Patienten angepasst werden.

IBS-D: Beschwerden gezielt behandeln

Bei Menschen mit IBS-D, also dem Reizdarmsyndrom mit vorwiegend diarrhöischen Beschwerden, bleibt die Kontrolle der Symptome ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von den individuellen Beschwerden, Begleiterkrankungen und bisherigen Erfahrungen mit der Behandlung ab. Eine Rolle können dabei unter anderem Ernährung, Lebensstil, der Umgang mit Stress sowie medikamentöse oder symptomorientierte Behandlungsmöglichkeiten spielen.

Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt kann gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten einen individuellen Plan entwickeln, wie mit wiederkehrenden Beschwerden umgegangen werden kann. Dazu gehört auch die Frage, welche Maßnahmen sich im jeweiligen Fall bewährt haben und was in Situationen hilfreich sein kann, in denen die Belastung besonders hoch ist.

Linderung im Alltag: Enterosgel® als Unterstützung vor und während der Therapie

Da sich die Ergebnisse einer umfassenden Versorgung durch ein interdisziplinäres Behandlungsteam erst mit der Zeit zeigen können, ist es sinnvoll, möglichst früh nach Möglichkeiten zur Linderung und zum Umgang mit begleitenden Symptomen zu suchen.

Enterosgel® kann dazu beitragen, die Lebensqualität und das Wohlbefinden im Alltag bereits vor weiterführenden fachärztlichen Untersuchungen gezielt zu unterstützen. Es handelt sich um einen vielseitig einsetzbaren, rezeptfreien intestinalen Adsorbens auf Basis eines organischen Siliziumpolymers. Dank seiner schwammartigen Struktur bindet es selektiv Toxine, Krankheitserreger und schädliche Stoffwechselprodukte im Verdauungstrakt und führt sie auf natürlichem Weg aus dem Körper ab, ohne die Darmflora zu beeinträchtigen.

Enterosgel® eignet sich für verschiedene Alters- und Patientengruppen – sowohl zur Linderung bei akutem Durchfall als auch zur längerfristigen Symptomkontrolle bei chronischem IBS-D. Durch die Verringerung der Stuhlfrequenz und die Linderung von Beschwerden kann Enterosgel® Betroffenen mehr Sicherheit im Alltag geben – sowohl vor Beginn einer gezielten Therapie als auch während der weiteren Behandlung.