Wiederkehrende Durchfälle, Blähungen und Bauchschmerzen trotz Reizdarmtherapie?

Möglicherweise leiden Sie unter exokriner Pankreasinsuffizienz

Etwa 6 Prozent der vermeintlichen Reizdarmpatienten haben eigentlich eine exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI). Die Symptome der Minderfunktion der Bauchspei­cheldrüse (Pankreas) ähneln den Beschwerden des Reizdarms vom Diarrhoe dominanten Typus). Doch die EPI ist recht unbekannt und wird auch von Ärzten als Auslöser der wiederkehrenden Durchfälle häufig nicht in Erwägung gezogen. Zum Leid der Betroffenen, die als Reizdarmpatient behandelt werden und weiterhin mit massiven Einschränkungen der Lebensqualität klarkommen müssen. Dabei gibt es zahlreiche Anhaltspunkte, wie EPI und Reizdarm un­terschieden werden können.

So ist das Risiko für eine EPI bei Diabetes mellitus, Mukoviszidose, Zöliakie, chronischer Pankreatitis, Alkoholismus aber auch starkem Über­gewicht und bei Rauchern besonders hoch. Zudem treten die Magen-Darm-Beschwerden bei einer Pankreasminderfunktion innerhalb von 30 Minu­ten nach dem Essen auf, dies ändert sich auch nicht in stressfreien Phasen oder im Urlaub. Typisch ist der helle, voluminöse, klebrige, stechend scharf und faulig reichende Fettstuhl. Der Arzt oder Heilpraktiker kann die EPI im Stuhl über die Bestimmung der Pankreas-Elastase 1 oder über das Stuhlfett nachweisen.

Wer eine EPI bei sich vermutet, kann für eine erste Einschätzung einen Selbsttest machen (www.epi.selbsttest.online) und natürlich seinen Therapeuten auf die Vermutung ansprechen. Die Therapie der EPI ist unkompliziert: Die fehlenden Verdauungsenzyme werden in Form von Kapseln zu allen fetthaltigen Mahlzeiten eingenommen. Es gibt Enzyme aus Schweinepankreas (Pankreatin) und vegetarische Rizoenzyme aus Reispilzen in einer Cellulosekapsel.